Taranta – Unzertrennlicher
Agapornis taranta
( Bergpapageien, Gebirgspapagei, Taranta – Papagei, Tarantiner )
Englisch: Black – winged Lovebird, Abyssinian Lovebird 

Benennung durch STANLEY  1814 nach dem Taranta – Pass in Abessinien, dem heutigen Äthiopien

Verbreitung: Hochland von Äthiopien

 

Welche erst  1906 nach Europa kamen und von Italienischen Händlern an Österreichische Liebhaber verkauft wurden. Drei Jahre später, 1909, gelang G. Rambausek aus Wien die Welterstzucht mit dieser Art.

Es wird auch eine Unterart = Taranta nana, beschrieben, (eher nebenbei  erwähnt)

Agapornis taranta nana Neumann 1931  

Diese Unterart wurde erst 1931 entdeckt und von Neumann beschrieben. Sie ist aber bis heute noch umstritten, ob es wirklich eine eigene Unterart ist. Sie soll im Südwesten Äthiopiens an der Einmündung des Omos in den Tucasee  beheimatet sein.

Diese Art ist Kleiner und Schlanker und hat keinen Gelben Spiegel im Schwanzgefieder. Auch der Gewichtsunterschied soll etwa ca. 10 Gramm weniger zur Nominatform betragen.

Verbreitung: Hochland von Äthiopien


 
Artbeschreibung:


Diese Papageien – Art besiedelt vorwiegend dicht bewaldete Plateaus im Hochland von Äthiopien. Welche sich zu kleinen sozialen Gruppen von 5 - 20 Tieren zusammenschließen in der sie auf Nahrungssuche gehen, vorzugsweise suchen sie nach Früchten, Samen und Wildkräutern, sie sollen Feigen besonders mögen. Bei meinen Tieren konnte ich dies nie beobachten, selbst nach Jahren haben sie noch keine Feigen angerührt, ob Frisch oder getrocknet. Sie  leben sie in einer Höhe von 1000 – 3000 Metern, sind aber auch vereinzelt im tiefergelegenen Savannengebieten anzutreffen. Dort sinken die Temperaturen des Nachts um den Gefrierpunkt so das sie ganzjährig Schlafhöhle benutzen, dies sollten wir bedenken und unseren Tieren ebenfalls eine Schlafhöhle zum Übernachten zur Verfügung stellen, sie werden sich zwar bei jeder Störung in diese zurück ziehen, so das wir sie nicht mehr so oft sehen, aber sie fühlen sich bei dieser Haltung wesentlich wohler und werden es uns mit einem längeren Leben danken. In der Freien Wildbahn sollen sie ausgesprochen kleine Schlaf und Nisthöhlen in abgestorbenen Bäumen  benutzen, welches wahrscheinlich mit der Kälte in der Nacht in den Höhenlagen zusammen hängt. Tarantas scheinen sich an keine feste Brutzeit zu halten, es wurden zu fast jeder Jahreszeiten Jungtiere beobachtet. Wegen den Unwirtlichen Bedingungen in ihrem Habitat kann man Taranta – Unzertrennliche als äußerst hart und Wiederstandfähig ansehen, sie verzeihen leichte Haltungsfehler eher als jede andere Unzertrennlichen – Art. Vom Standpunkt des Liebhabers dieser Vögel haben sie zwei wesentliche vorteile, man kann auf den ersten Blick die Geschlechter bei Erwachsenen Tieren erkennen, außerdem ist ihre Stimme leiser als die anderer Agaporniden, sie gewöhnen sich recht gut in eine neue Umgebung ein und scheinen Intelligenter als ihre anderen Gattungsgenossen zu sein.

 

Beschreibung

Beim Männchen sind Stirn, Zügel und ein schmaler Befiederter Augenring Rot, welches beim Weibchen fehlt, manche Weibchen bekommen mit zunehmendem Alter einen leicht gelblich Befiederten  Augenring. Die Schwungfedern und Unterflügeldecken sind Schwarz. Der Schwanz weißt ein schwarzes band auf, ansonsten sind sie Grün. Der Schnabel ist leuchtend Rot und sie haben eine dunkelbraune Augeniris bei einer Größe von etwa 17 cm. Jungvögel sehen den Weibchen sehr ähnlich, wirken im Gefieder aber matter, nur die Schnäbel sind gelblich braun  mit dunkler Musterung an der Basis, erst nach 6 Monaten wenn sie ihre Jugendmauser hinter sich haben kann man die Geschlechter mit Sicherheit erkennen. Manche Züchter rupfen den Jungvögeln vorher einige Federn im Stirnbereich aus, aber nicht bei allen jungen Männchen wachsen diese gleich rot nach.
Mit ca.12 Monaten nach der Erwachsenen Mauser sind die Vögel meistens Geschlechtsreif (Ausnahmen bestätigen die Regel, besonders bei Mutationen, hier dauert die Zeit bis zur Geschlechtsreife nach eigenen Erfahrungen in der Regel länger.)

Brutverlauf:

 

Zur Zucht ist es vorteilhaft  wenn sich mehrere Paare sehen und vor allem hören können dies wirkt sich auf die Brutbereitschaft ungemein positiv aus, da sich die Paare gegenseitig stimulieren. Eine Gemeinschaftshaltung ist allerdings nicht praktikabel, sobald ein Paar in Brutstimmung kommt wird es gegen andere Vögel sehr aggressiv und muss eine separate Unterkunft bekommen. Selbst von einer Vergesellschaftung mit wesentlich größeren Vögeln sollte man absehen, da sich das Paar gemeinsam auf diese stürzen würde um sie zu Attackieren. Außerdem sollten die Nachbar Volieren mit einer doppelten Drahtbespannung versehen sein damit sie den Nachbarn nicht die Zehen abbeißen können.
Bei der Wahl ihrer Nistkästen reicht die Spanne vom Größten bis zum kleinsten Format, man sollte aber nicht zu große Kästen benutzen, da die Weibchen ihre Jungen in kleineren Kästen besser Hudern und so warm halten können, vor allem wenn man in Außenvolieren Züchtet. Weil die meisten Weibchen wenig oder meistens kein Nistmaterial eintragen, (einige Weibchen tragen kleine Rindenstückchen in den Kasten, welche sie sich in das gesamte Gefieder stecken, das meiste davon verlieren sie aber beim eintragen in den Kasten ) empfiehlt  sich eine Bodenmulde im Nistkasten, welche man mit  Hobelspänen auspolstern sollte, auch angefaultes Holz hat sich als günstig erwiesen, da die Vögel es fein säuberlich zernagt haben und dabei wertvolle Spurenelemente aufnehmen, es sollte jedoch peinlichst darauf geachtet werden das das Holz keinen Schimmel oder sonstigen Pilzbefall hat da man nie sicher sein kann ob dieser Giftig ist. Einige Weibchen werfen auch das gesamte Nistmaterial welches man rein gegeben hat wieder raus ( jeder Vogel hat da seine eigenen Vorlieben oder Eigenarten ). Bei mir Rupfen sich die meisten Weibchen Federn aus  ihrem  Bauchgefieder und polstern damit die Brutmulde aus. Man sollte aber während der gesamten Brutzeit frische  Äste zum benagen anbieten, das  regt den Bruttrieb an und steigert  auch etwas die Luftfeuchtigkeit im Brut räum, welches zu Schlupf von Vorteil ist. Wie sich bei mir gezeigt hat ist es vorteilhaft die Nistkästen so zu  Platzieren das das Einflugloch dem Licht abgewandt ist, die Weibchen Brüten dann zuverlässiger. Außerdem habe ich festgestellt das Weibchen Nistkästen vorziehen die das Format haben wie jene in denen sie selber Großgezogen wurden, manchmal hapert es schon daran ob das Einflugloch links oder rechts ist. (Diese Beobachtung habe ich  übrigens bei  allen Vögel Arten  gemacht welche ich bis jetzt gehalten habe.)

Das Gelege umfasst 3 – 5 Eier, selten mehr welche im Abstand von 2-3 Tagen gelegt werden. Mit der Ablage des 3. Eies beginnt das Weibchen meist fest mit dem Brüten. Die Brutdauer beträgt mindestens 24 Tage, manchmal länger, die längste Brutdauer betrug bei mir 28 Tage ab dem letzten gelegten Ei gerechnet ( ist aber die Ausnahme ). Sie lassen sich durch Nistkastenkontrollen nicht stören, man sollte sich allerdings vor ihrem starken Schnabel in Acht nehmen. Nach dem schlüpfen der Jungen, diese tragen kurze dichte weiße bis gelbliche – orange  Dunen, werden sie vom Weibchen die ersten Tage mit Kropfmilch versorgt, erst dann beginnt auch das Männchen seine Jungen mit zu Füttern. Die Jungen wachsen langsam und öffnen erst  im Alter von 17 -20 Tagen ihre Augen. Nun beginnen auch langsam die Federkiele aufzubrechen so dass die ersten Federn zum Vorschein kommen, für Mutationszüchter immer ein spannender Moment denn erst jetzt kann man sehen was für eine Farbe der Vogel haben wird. Ausnahmen davon sind Falben, bei diesen kann man beim Schlupf schon an den Roten Augen erkennen was es wird.  Die Jungen werden zwischen dem 11 und 13 Tag mit geschlossenen 4,5 mm Ringen als Selbstzucht Nachweis versehen. Mit ca. 7 Wochen fliegen die Jungen aus und werden von ihren Eltern noch 2 – 3 Wochen gefüttert bis sie selbstständig fressen können. Dann sollten sie von diesen Getrennt werden da der Vater gegen seine Söhne recht aggressiv werden könnte, komischerweise wurden die Töchter immer geduldet. Da das Paar meistens eine neue Brut beginnt. Junge Tarantas sind in der ersten Zeit direkt nach dem Ausfliegen  sehr schreckhaft und reagieren auf die geringsten Störungen recht panisch was zur Folge hat das sie mit voller Wucht gegen die Gitter oder die Wände fliegen und sich dabei sehr leicht schwere innere Verletzungen oder Genickbrüche zuziehen können. Darauf sollte der Züchter besonders achten wenn er sich den Jungen nähert. So gesehen ist eine Zucht in  Boxen von Vorteil, da die Jungen hier nicht so viel Fahrt aufnehmen können bis zum Ende der Box, wer in Volieren zieht sollte vor dem Ausfliegen die Volieren Enden mit Zweigen abdecken, diese bremsen die Wucht des Aufpralls, zudem können die Jungen diese besser erkennen wie das einfache Drahtgitter.
 

Bei der Fütterung sollte man auf eine ausgewogene nicht zu fettreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse  achten, da sich Tarantas gegenüber anderen Agaporniden  Arten vergleichsweise wenig bewegen und so leicht zur Verfettung neigen.

Als Grundfutter gebe ich eine Mischung aus:  gelbe Hirse, geschälten Hafer, Japanische Hirse, Hanfsamen, Buchweizen, weiße Hirse, Paddy Reis, Leinsamen, Nigersat,  gestreifte Kleine Sonnenblumen, Grassaaten, Kardi, Wacholderbeeren, Rosenkernen.

Zur Brutzeit gebe ich noch Haferflocken und 3 Mal die Woche Bene  Bac = Lactobacillen  in Pulverform über das Obst oder Gemüse seit dem ich das gebe ist die Jungensterblichkeit auf fast Null zurück gegangen, auch die Kondition der Alt Vögel hat sich verbessert und die Nachzuchtergebnisse sind meiner Meinung nach auch besser geworden.

Mutationen:


Anfang der neunziger Jahre fielen in Holland die ersten Dunkelfaktorigen Taranta, die ihre Farbe wie bei anderen Arten auch, intermediär vererben. Der Dunkelfaktor ist ja nur eine Strukturveränderung in der Feder welcher den Grünen Vogel für das Menschliche Auge  dunkler erscheinen lässt, da sich dieser Faktor verdoppeln kann gibt es Dunkelgrüne und als Steigerung Olivgrüne Der Dunkelgrüne welcher einen Dunkelfaktor besitzt ist nur im direkten Vergleich mit einem Wildfarbigen zu erkennen. Der Oliv farbige welcher zwei Dunkelfaktoren besitzt ist als solcher sogleich zu erkennen. Die Maske und andere Gefieder Zeichnungen  bleiben in der Farbe unverändert.

Diese Dunkelfaktorigen  Vögel können unbedenklich in der Zucht für einen Wildfarbigen Stamm mit eingesetzt werden, ich meine sogar die Wildfarbigen, welche ja aus einer Verpaarung  Dunkelgrün x Dunkelgrün fallen,  sind bei guter Zuchtauswahl Widerstandsfähiger und Kräftiger. So kann man in dieser Konstellation Wildfarbig, Dunkelgrüne und Olive ziehen, ohne dass daraus die Wildfarbigen Nachteile haben würden, da ja keine verdeckten Merkmale vererbt werden, jeder der Vögel ist an seinem Aussehen gleich zu erkennen. 

Bei dem Züchter Wilhelm Schoon aus Hinte  fiel 1999  aus einem Wildfarbigen Paar ein gelbes Weibchen mit roten Augen, welches man  irrtümlich für einen Lutino hielt, leider starb dieser Vogel im Jahr 2000 an einem Geschwür. Bis zum Jahr 2005 schlüpften bei diesem Paar  immer wieder einmal Junge mit roten Augen, welche aber nicht am Leben erhalten werden konnten, erst als man die Rotäugigen Jungen die ersten Tage von Hand zu fütterte gelang es einen Jungen groß zu Ziehen welcher sich nach der Jugendmauser als ein Männchen erwies, somit hatte man den Beweis das es sich bei diesen Gelben um eine Rezessive vererbende Mutation handelte, es sind Pale  Falben. Ich habe diesen Vogel selbst gesehen, er sieht wunderschön aus. Wie es scheint war er  damals Weltweit der einzige seiner Art, es gelang in den folgenden Jahren noch die Aufzucht einer Pale Falben Henne, dies beiden wurden jeweils an Wildfarbig verpaart um Spalterbige zu bekommen, welche später an die Pale Falben zurück gekreuzt wurden um diese Mutation zu festigen. . Bilder zu diesen Vögeln finden Sie unter: www.schoons-tarantazucht.deEbenso fielen bei diesem Züchter Vögel welche am ganzen Körper eine schwarze Säumung und im Schwanz einen gelben Spiegel hatten, diese Säumung verschwindet aber nach der Erwachsenen Mauser nach einem Jahr, der gelbe Spiegel im Schwanz bleib aber und er scheint von Jahr zu Jahr größer zu werden. Ein solches Männchen verpaart mit einem Wildfarbigen Weibchen  erbrachte bei mir in der 2. Brut 3 Junge welche ebenso Gesäumt waren leider haben sich die Jungen beim ausfliegen das Genick gebrochen.

Des Weiteren wurden in Holland so genannte Misty gezüchtet, sie sehen etwas heller als die Wildfarbigen aus.

Bei dieser Mutation ist die Melanin Menge im Gefieder um ca. 20 % reduziert worden. Es sollte angestrebt werden nur Misty ohne Dunkelfaktoren zu Züchten, da nur bei solchen Vögeln der Misty Faktor deutlich zu erkennen ist.  Misty grün zeigt sich als ein mattes  (fahles aufgehelltes) Olivgrün mit leichtem hellbraunem Überhauch. Dies zeigt sich aber nur eindeutig bei Doppelfaktorigen Vögel, der Misty Faktor wird Intermediär ( Ko Dominant ) vererbt, also kann es niemals spalterbige Misty Vögel geben. Da bei Wildfarbige Tarantas schon eine enorme  Bandbreite an Grünschattierungen auftritt, von einem hellen grün bis zu fast dunkelgrün, ohne das bei denen ein Dunkelfaktor zum Tragen kommt ist es schwierig solche Misty genau zu bestimmen, wobei ein ungeübter große Schwierigkeiten haben wird einen EF Misty von einen dunkel gefärbten Wildfarbigen zu unterscheiden, fast unmöglich wird eine Unterscheidung wenn erst mal Dunkelfaktoren mit eingekreuzt worden sind. Am einfachsten kann man noch DF Misty zuordnen, solange sie rein gezogen worden sind.

 

Der 1.Bronzefalbe soll, lt. dem Buch "Lovebirds" von Dirk Van den Abeele aus dem Jahr 2005, bereits um das Jahr 1995 in Holland entstanden sein. In Österreich bei Herrn Hubert Petritz sind um 2004 diese Bronze Falben aus einem Wildfarbigen Paar gefallen, welches auf einem Vogelmarkt erworben wurde. Diese haben ein etwas helleres Grün, die schwarzen Gefieder Teile sind bräunlich,  rote Augen eine hellrote Maske und Fleischfarbene Füße. Man dachte zuerst es würde sich um Zimter handeln. Da diese Vögel aber Rezessiv vererben wie sich  in den Jahren darauf  heraus stellte, konnte es sich nur um eine Falben Mutation handeln, von daher müsste die Festigung dieser Mutation genauso erfolgen wie bei den Pale Falben. 2005 übernahm Herr Martin Peters diese Vögel, nach einigen Rückschlägen scheint es Herrn Peters zu gelingen diese Mutation  zu festigen, da er bis heute immer wieder gute Wildfarbige einkreuzt, was seine Zeit braucht, aber nur so gelingt es eine Mutation zu festigen.


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